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„Cold Calling“ – Die (nicht ganz) illegale Abzocke

Veröffentlicht am 01.08.2011

Unter „Cold Calling“ fallen unerwünschte telefonische Werbeanrufe. Jemand wird von einem Unternehmen oder von einer für ein Unternehmen arbeitenden Person angerufen, ohne dass er die ausdrückliche Zustimmung für diesen Anruf gegeben hat. Oft fragt man sich, woher das Unternehmen „meine“ Telefonnummer hat. Die lästigen Anrufe beginnen mit einer kleinen Umfrage oder einer Gewinnzusage, haben jedoch in Wirklichkeit einen kostspieligen Vertragsabschluss als Ziel.

Unerwünschte Telefonwerbung dieser Art ist in Österreich schon seit längerem gesetzlich verboten und wird mit einer Verwaltungsstrafe von bis zu 58.000 Euro geahndet. Trotzdem kommt es derzeit im Bezirk Liezen vermehrt zu diesen unerwünschten Anrufen. Waren vor kurzem noch hauptsächlich ältere Bürger davon betroffen, geraten allmählich immer mehr Jugendliche und junge Menschen ins Visier der unseriösen Geschäftemacher. Besonders Versicherungen und so genannte „Finanzdienstleister“ haben sich diese Methode zu Nutze gemacht, um neue Kunden zu gewinnen.

Im Parlament beschloss man kürzlich Änderungen im Telekommunikations- und Konsumentenschutzgesetz, um diese Werbeanrufe einzudämmen. Ursprünglich war geplant, dass alle telefonisch abgeschlossenen Verträge ungültig sein sollen. Nunmehr betrifft das gesetzliche Verbot aber nur Gewinnspiele, Wett- und Lotteriedienstleistungen. Laut Statistiken decken diese Felder 60 Prozent der unerbetenen Werbeanrufe ab. Bleiben aber immer noch 40 Prozent über – wie etwa die Werbeanrufe von Versicherungen.

Dieser Umstand verärgert den Bezirksobmann des RFJ, André Taschner. „Es kann nicht sein, dass Jugendliche von diesen unseriösen Keilern regelrecht tyrannisiert und telefonisch zum Vertragsabschluss gezwungen werden!“ Ihm wurden Fälle zugetragen, in denen Personen mehrere Tage lang – auch während der Nachtstunden – mit unterdrückter Nummer angerufen wurden, um Hilfe beim Lohnsteuerausgleich zu erhalten. Willigten die Personen schließlich ein, wurde ihnen im persönlichen Gespräch ein Konvolut von Produkten aufgetischt – vom Lohnsteuerausgleich war plötzlich keine Rede mehr. Quasi als Entschädigung für die Beratungskosten wurden fünf Handynummern einkassiert, um weitere Telefonkeilerei betreiben zu können.

Aufgrund der massiven Probleme, die es in diesem Bereich gibt, fordert der RFJ-Bezirkschef einen verstärkten Schutz vor Verträgen, die durch die durch unerwünschte Werbeanrufe zustande gekommen sind. „Jeder Vertrag, der durch Cold Calling zustande kommt, muss bis zur schriftlichen Bestätigung durch den Konsumenten ungültig sein“, so Taschner. „Nur so sind Jugendliche, die nicht wissen wie ihnen geschieht und was sie dagegen unternehmen können, vor diesen Abzockern wirklich geschützt.“




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